So rechnen Sie
- Verbrauch aus der Gas- oder Heizkostenabrechnung nehmen: Gas und Fernwärme in kWh, Heizöl in Litern (Anfangsbestand + Einkauf − Endbestand), Pellets in kg, Wärmepumpe in kWh Strom.
- Mal Preis: Gas und Fernwärme je kWh, Heizöl je 100 Liter, Pellets je Tonne – mit Grundpreis.
- Pro m²: durch die Wohnfläche teilen. In der Wohnung zählen für den Vergleich Verbrauch und Fläche des ganzen Gebäudes – beides steht in der Heizkostenabrechnung. Ob Ihr Anteil darin richtig verteilt ist, zeigt der Heizkostenabrechnung-Check.
Was eine Kilowattstunde Wärme kostet, hängt stark vom Energieträger ab (Standardpreise des Rechners, je kWh Brennstoff bzw. Strom):
| Heizung | Preis | je kWh | Quelle |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 11,6 ct/kWh (Rechnung) | 11,6 ct | Destatis, alle Verträge 1. Hj 2026; Neukunden Okt. 2026 13,8 ct |
| Heizöl | 170 €/100 l | 17,0 ct | Händlerpreise Sep./Okt. 2026 (160–180 €) |
| Fernwärme | 16 ct/kWh | 16 ct | Ø von über 710 Netzen (Preistransparenzplattform, April 2026) |
| Wärmepumpe | 24 ct/kWh Strom | rund 8,0 ct Wärme (JAZ 3) | Wärmepumpentarife, Verbraucherzentrale NRW |
| Holzpellets | 465 €/t | 9,3 ct | DEPI Oktober 2026 |
Heizkosten pro m²: Was ist normal?
Der Heizspiegel wertet jedes Jahr Abrechnungen von Zehntausenden Gebäuden aus und teilt sie in vier Gruppen: niedrig (die besten 10 %), mittel (die nächsten 40 %), erhöht (weitere 40 %) und zu hoch (die schlechtesten 10 %). Die Grenzen hängen von Energieträger und Gebäudegröße ab. Für Häuser mit 80 bis 150 m² Wohnfläche gilt im Abrechnungsjahr 2025 als Grenze zwischen „mittel“ und „erhöht“:
| Heizung | Verbrauch je m² | Kosten je m² | 140-m²-Haus |
|---|---|---|---|
| Erdgas | bis 127 kWh | bis 15,70 € | bis 2.200 € |
| Heizöl | bis 176 kWh | bis 16,50 € | bis 2.310 € |
| Fernwärme | bis 96 kWh | bis 15,70 € | bis 2.200 € |
| Wärmepumpe | bis 36 kWh | bis 9,70 € | bis 1.360 € |
| Holzpellets | bis 152 kWh | bis 10,90 € | bis 1.530 € |
Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2026 (co2online, Deutscher Mieterbund, Bauherren-Schutzbund). Werte inklusive Warmwasser; bei Durchlauferhitzer oder Boiler 24 kWh bzw. 2,60 € je m² zum eigenen Wert addieren (Wärmepumpe 9,6 kWh bzw. 2,50 €). Der Rechner oben kennt alle Gebäudegrößen. Die Werte eignen sich nicht, um Energieträger miteinander zu vergleichen oder den Verbrauch einer einzelnen Wohnung zu bewerten.
Beispiele
Energiekosten zu den Standardpreisen (ohne Wartung und Messdienst) und Einordnung des Verbrauchs:
| Beispiel | Verbrauch | Energiekosten im Jahr | pro Monat | Heizspiegel |
|---|---|---|---|---|
| Einfamilienhaus 140 m², Gas, teilsaniert | 16.000 kWh | 1.860 € | 150 € | mittel (114 kWh/m²) |
| Einfamilienhaus 140 m², Gas, unsaniert | 30.000 kWh | 3.480 € | 290 € | erhöht (214 kWh/m²) |
| Einfamilienhaus 140 m², Heizöl | 2.200 Liter | 3.740 € | 310 € | mittel (157 kWh/m²) |
| Einfamilienhaus 140 m², Wärmepumpe | 4.500 kWh Strom | 1.220 € | 100 € | mittel (32 kWh/m²) |
| Mehrfamilienhaus 480 m², Fernwärme | 55.000 kWh | 8.800 € | 730 € | erhöht (115 kWh/m²) |
Das unsanierte Gashaus zahlt rund 1.620 € im Jahr mehr als das teilsanierte – Geld, das in Dämmung oder eine neue Heizung fließen kann. Ob sich eine Wärmepumpe rechnet, zeigt der Wärmepumpen-Rechner; wie groß sie sein müsste, die Heizlast-Berechnung.
Heizkosten 2026 und 2027
Der Heizspiegel erwartet für eine 70-m²-Wohnung im Jahr 2026 diese Kosten (2025 in Klammern): Erdgas 1.120 € (1.170 €), Heizöl 1.275 € (1.030 €), Fernwärme 1.310 € (1.295 €), Wärmepumpe 735 € (715 €), Holzpellets 860 € (735 €).
Für 2027 bleibt der CO₂-Preis voraussichtlich im Korridor von 55 bis 65 € je Tonne – der Bundestag hat das am 15.10.2026 beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen. Der EU-Emissionshandel für Gebäude (ETS 2) gilt erst ab 2028; dann bildet sich der Preis am Markt. So viel kostet jede Stufe für ein Haus mit 18.000 kWh Gas mehr als heute (65 €/t):
| CO₂-Preis | 18.000 kWh Gas | 2.000 l Heizöl |
|---|---|---|
| 85 €/t | + 80 € | + 130 € |
| 125 €/t | + 230 € | + 380 € |
| 200 €/t | + 520 € | + 860 € |
Wärmepumpe, Pellets und Fernwärme aus erneuerbaren Quellen sind davon nicht oder kaum betroffen. Wer Mieter ist, trägt den CO₂-Preis nicht allein: So wird er zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt.
Heizkosten senken
- Preis prüfen: Liegt der Arbeitspreis deutlich über dem Durchschnitt, lohnt ein Tarifwechsel – oft der schnellste Hebel.
- Heizung einstellen lassen: Heizkurve, Vorlauftemperatur und hydraulischer Abgleich sparen Energie, ohne dass umgebaut werden muss.
- Raumtemperatur: Jedes Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie (Faustwert des Umweltbundesamts).
- Gebäude: Bei „erhöht“ oder „zu hoch“ helfen Dämmung und Fenster am meisten; einen Plan dafür liefert der Sanierungsfahrplan.
Häufige Fragen
Wie viel Heizkosten pro qm sind normal?
Laut Heizspiegel 2026 liegt ein mit Erdgas beheiztes Haus mit 80 bis 150 m² Wohnfläche bis 15,70 € je m² und Jahr im mittleren Bereich, bei Heizöl bis 16,50 €, bei Fernwärme bis 15,70 €, mit Wärmepumpe bis 9,70 € und mit Pellets bis 10,90 € (Abrechnungsjahr 2025, Heizung und Warmwasser). Die Hälfte der Gebäude liegt darunter („Jedes zweite Haus verbraucht weniger“). Über 27,20 € bei Gas gehört das Haus zu den teuersten 10 %.
Wie berechne ich meine Heizkosten?
Verbrauch mal Preis: Gas in kWh × Preis je kWh, Heizöl in Litern × Preis je Liter, Pellets in Tonnen × Preis je Tonne. Bei 11,6 ct/kWh kosten 18.000 kWh Gas rund 2.090 € im Jahr. In der Heizkostenabrechnung kommen Wartung, Messdienst und Betriebsstrom dazu.
Wie hoch sind die Heizkosten für eine 70-m²-Wohnung?
Nach der Prognose des Heizspiegels für 2026: rund 1.120 € mit Erdgas, 1.275 € mit Heizöl, 1.310 € mit Fernwärme, 735 € mit Wärmepumpe und 860 € mit Holzpellets im Jahr – also etwa 95 € im Monat bei Gas. Der eigene Wert hängt stark vom Gebäude und vom Verbrauch ab.
Werden die Heizkosten 2027 teurer?
Vom CO₂-Preis her kaum: Der Bundestag hat im Oktober 2026 beschlossen, den Preiskorridor von 55 bis 65 € je Tonne auch 2027 beizubehalten (Bundesrat steht noch aus). Der EU-Emissionshandel für Gebäude startet erst 2028. Jede 10 € je Tonne kosten bei 18.000 kWh Gas rund 40 € im Jahr. Mehr bewegen die Energiepreise selbst: Gas für Neukunden lag im Oktober 2026 bei 13,8 ct/kWh, Heizöl kostete im September rund drei Viertel mehr als ein Jahr zuvor.
Warum sind meine Heizkosten so hoch?
Meist wegen des Gebäudes (Dämmung, Fenster, Baujahr), der Heizung (alter Kessel, falsch eingestellte Heizkurve, fehlender hydraulischer Abgleich) oder des Preises (teurer Altvertrag oder Grundversorgung). Liegt der Verbrauch im Heizspiegel bei „erhöht“ oder „zu hoch“, lohnt ein Blick auf die Heizung und eine Energieberatung; liegt nur der Preis hoch, ein Anbieterwechsel.
Annahmen und Quellen
- Vergleichswerte: Heizspiegel für Deutschland 2026 (co2online gGmbH mit Deutschem Mieterbund und Bauherren-Schutzbund, Stand September 2026), Abrechnungsjahr 2025; Prognose 2026 aus der Pressemitteilung vom 22.09.2026
- Umrechnung wie im Heizspiegel-Flyer: Gas in kWh laut Rechnung (1 m³ ≈ 10 kWh), 1 l Heizöl ≈ 10 kWh; Pellets 5 kWh/kg (DEPI)
- Preise: Erdgas Destatis (Pressemitteilung 345 vom 30.09.2026) und BDEW (Oktober 2026); Heizöl Händlerportale (keine amtliche Statistik); Fernwärme Preistransparenzplattform von BDEW, AGFW und VKU (Stichtag 01.04.2026, veröffentlicht 22.07.2026); Pellets DEPI (Oktober 2026); Wärmepumpenstrom Verbraucherzentrale NRW (Februar 2026)
- CO₂: Emissionsfaktoren Emissionsberichterstattungsverordnung 2030 (Erdgas 0,181 kg je kWh Brennwert, Heizöl 2,68 kg/l), Preis inkl. 19 % Umsatzsteuer; Korridor 2027: 3. Gesetz zur Änderung des BEHG (Bundestag 15.10.2026)
- Schätzung ohne Abrechnung: Raumwärme je m² nach Baujahr (IWU-Gebäudetypologie, wie im Wärmepumpen-Rechner), Warmwasser angenommen 700 kWh je Person (Spanne 500–1.000), Kessel-Nutzungsgrad 85 % (Gas) bzw. 92 % (Öl), Wärmepumpe Jahresarbeitszahl 3