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Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?

Pro Jahr, pro Monat und an einem kalten Wintertag – simuliert mit stündlichen Temperaturen Ihrer Region und kalibriert auf gemessene Werte aus dem Feldtest des Fraunhofer ISE.

Stand: 17.10.2026. Ergebnisse sind Schätzungen; der tatsächliche Verbrauch hängt auch von Einstellung und Nutzung ab.

stündliche Temperaturen eines typischen Jahres (PVGIS)
m² beheizt
für das Warmwasser (Annahme 700 kWh Wärme je Person)
Berechnung mit Temperaturen für Berlin läuft …

Stromverbrauch nach Wohnfläche und Baujahr

Luft-Wasser-Wärmepumpe in Berlin, 3 Personen, Wärmebedarf nach der deutschen Wohngebäudetypologie (IWU/TABULA; der Neubauwert ist eine Annahme), kWh Strom pro Jahr:

Haus100 m²150 m²200 m²JAZ
Neubau ab 2010, Fußbodenheizung2.3003.1003.9003,8
Baujahr 2002–2009, Heizkörper3.2004.5005.8003,4
Baujahr 1984–1994, teilsaniert, Heizkörper3.6005.0006.5003,4
Baujahr 1969–1978, unsaniert, Heizkörper5.2007.4009.6003,4

Ein unsaniertes Haus aus den 1970er-Jahren braucht deutlich mehr Strom als ein jüngeres – der Wärmebedarf entscheidet: Mit Heizkörpern sind es bei 150 m² rund7.400 kWh gegenüber 4.500 kWh für ein Haus von 2002–2009; brauchen die Heizkörper hohe Vorlauftemperaturen, eher mehr. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. In unserer Rechnung ist sie mit Fußbodenheizung höher, weil niedrigere Vorlauftemperaturen reichen; im Feldtest kamen allerdings viele Heizkörper mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus.

Beispiel 150 m²: Stromverbrauch pro Monat und pro Tag

Beispiel: 150 m², Baujahr 1984–1994, teilsaniert, mit Heizkörpern, Luft-Wasser-Wärmepumpe – Mittel aus 10 Städten, 4.900 kWh im Jahr:

MonatkWh im MonatkWh pro Tag
Januar78825,4
Februar64723,1
März63220,4
April40513,5
Mai2307,4
Juni1394,6
Juli892,9
August812,6
September1866,2
Oktober35411,4
November59319,8
Dezember74524,0

Dezember, Januar und Februar machen zusammen 45 % des Jahresverbrauchs aus. Im Sommer läuft die Wärmepumpe fast nur für das Warmwasser. Wer eine PV-Anlage hat, deckt deshalb vor allem im Frühjahr und Herbst einen Teil des Wärmepumpenstroms selbst – im Winter, wenn der meiste Strom gebraucht wird, kaum. Wir zeigen den Mittelwert mehrerer Städte, weil das typische Jahr einer einzelnen Stadt aus Monaten verschiedener Jahre besteht und einzelne Monate deshalb vom langjährigen Mittel abweichen können.

Luft oder Erdwärme, Heizkörper oder Fußbodenheizung?

Dasselbe Haus (150 m², teilsaniert, Berlin) mit verschiedenen Wärmepumpen und Heizflächen:

VarianteStrom pro JahrJAZ
Luft-Wasser, Fußbodenheizung4.400 kWh3,9
Luft-Wasser, Heizkörper5.000 kWh3,4
Luft-Wasser, Heizkörper mit hoher Vorlauftemperatur5.400 kWh3,1
Erdwärme (Sole), Heizkörper4.000 kWh4,3

Eine Erdwärmepumpe braucht im Beispiel rund 1.000 kWh weniger Strom als eine Luftwärmepumpe, kostet aber in der Anschaffung deutlich mehr (siehe Wärmepumpe Kosten). Heizkörper mit hoher Vorlauftemperatur erhöhen den Verbrauch – oft hilft schon der Tausch einzelner zu kleiner Heizkörper.

Wie stark beeinflusst das Klima den Verbrauch?

StadtStrom pro JahrJAZ
Hamburg4.800 kWh3,6
Berlin5.000 kWh3,4
Köln4.700 kWh3,6
Leipzig4.800 kWh3,5
München4.900 kWh3,5
Kempten (Allgäu)5.400 kWh3,1

Gleicher Wärmebedarf, verschiedene Orte: Allein über die Effizienz macht der Standort rund 16 % aus – weniger als der Unterschied zwischen Fußbodenheizung und Heizkörpern mit hoher Vorlauftemperatur. Zusätzlich ist der Wärmebedarf in kälteren Regionen höher; diesen Effekt enthält die Tabelle nicht.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?

Das hängt vor allem vom Wärmebedarf des Hauses ab. In unserer Simulation (Berlin, 3 Personen, Luft-Wasser-Wärmepumpe) braucht ein Neubau mit 150 m² rund 3.100 kWh, ein teilsaniertes Haus aus den Jahren 1984–1994 rund 5.000 kWh und ein unsaniertes Haus aus den 1970er-Jahren rund 7.400 kWh im Jahr.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Tag im Winter?

Im Beispielhaus (150 m², teilsaniert, Mittel aus 10 Städten) im Januar rund 25 kWh am Tag, an sehr kalten Tagen bis rund 70 kWh. Im Juli sind es nur rund 2,9 kWh am Tag, fast nur für das Warmwasser. Dezember bis Februar machen 45 % des Jahresverbrauchs aus.

Wie berechne ich den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?

Faustformel: Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Wer bisher 20.000 kWh Gas verbraucht hat, braucht bei einem Kesselnutzungsgrad von rund 75 % etwa 15.000 kWh Wärme; mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 (Mittel gemessener Luftwärmepumpen) sind das rund 4.400 kWh Strom.

Was kostet der Strom für eine Wärmepumpe?

Mit einem Wärmepumpentarif (Ø 24 ct/kWh plus rund 140 € Grundpreis im Jahr, Verbraucherzentrale NRW) kostet das Beispielhaus mit 5.000 kWh rund 1.300 € im Jahr.

Warum verbraucht meine Wärmepumpe mehr als erwartet?

Häufige Gründe sind hohe Vorlauftemperaturen: Mit Heizkörpern, die viel Wärme brauchen, sinkt die Jahresarbeitszahl – in unserer Rechnung von 3,9 (Fußbodenheizung) auf 3,1. Außerdem ein fehlender hydraulischer Abgleich, eine zu hoch eingestellte Warmwassertemperatur oder ein falsch eingestellter Heizstab (im Feldtest des Fraunhofer ISE im Mittel nur 1,3 % des Stroms). Im Feldtest von Fraunhofer ISE lagen die Jahresarbeitszahlen von Luftwärmepumpen zwischen 2,6 und 4,9.

So rechnen wir

  • Temperaturen: PVGIS (EU JRC), stündliches typisches Jahr 2005–2023 für 119 Städte
  • Effizienz: COP-Kennlinien aus When2Heat (Ruhnau u. a., Scientific Data 2019), kalibriert auf den Mittelwert der von Fraunhofer ISE gemessenen Jahresarbeitszahlen im Bestand (Luft Ø 3,4, Erdwärme Ø 4,3)
  • Wärmebedarf: IWU/TABULA-Wohngebäudetypologie (an realen Verbrauch kalibriert); Sanierungsfaktoren und Warmwasser (700 kWh je Person) sind Annahmen
  • Stromtarif: Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (02/2026)