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Solarthermie: Kosten 2026 und ob es sich lohnt

Solarkollektoren auf dem Dach erwärmen Wasser für Dusche und Heizung. Die Preise sind gut belegt – ob sich die Anlage bezahlt macht, hängt vor allem von Ihrer Heizung ab. Der Rechner zeigt es für Ihren Ort und Ihren Verbrauch.

Stand: 18.10.2026. Preise und Erträge nach co2online (April 2026), Förderung nach der Richtlinie BEG EM vom 17.08.2026, Einstrahlung PVGIS.

Solarertrag ±0 % gegenüber dem Mittel von 119 Städten (PVGIS, PV-Ertrag als Näherung)
kWh im Jahr laut Gasrechnung

Solaranlage

€; leer = 10.200 € (co2online-Beispiel, Flachkollektoren)
Solarwärme 4.190 kWh im Jahr – Bilanz nach 20 Jahren:
+4.290 €

Die Anlage hat sich nach rund 13 Jahren bezahlt gemacht. Ersparnis im ersten Jahr 490 € (nach 100 € Betriebskosten), Anschaffung nach Förderung 7.140 €.

Die Sonne deckt hier 25 % von Heizung und Warmwasser (Annahme 25 % laut co2online, höchstens 350 kWh je m² Kollektor; Anlagengröße fest 12 m²). Gas und Öl mit steigendem CO₂-Preis (mittleres Szenario), sonst Preise konstant; Warmwasser 700 kWh je Person.

Was kostet Solarthermie?

Einfamilienhaus (co2online-Beispiel: 130 m², 4 Personen)WarmwasserWarmwasser + Heizung
Kollektorfläche6 m² Flach / 4 m² Röhre12 m² Flach / 8 m² Röhre
Preis inkl. Installation4.780 € / 4.870 €10.200 € / 10.100 €
nach 30 % Förderung3.346 €7.140 €
Betriebskosten im Jahr100–200 € (Beispiele: 100 €)
Deckungsgradrund 60 % des Warmwassers20–30 % von Heizung und Warmwasser

Kollektoren allein kosten laut co2online 300 bis 500 € je m² (Flach) bzw. 600 bis 800 € (Röhre); dazu kommen Speicher, Leitungen und Montage. Hochwertige Anlagen können über 30 Jahre halten, Hersteller geben bis zu 20 Jahre Garantie.

Lohnt sich Solarthermie? Es hängt an der Heizung

Einfamilienhaus in Berlin mit 20.000 kWh Gas bzw. gleichem Wärmebedarf, 3 Personen – Bilanz nach 20 Jahren (Ersparnis minus Kosten) und Amortisation. Gas und Öl mit 30 % Förderung; Pellets und Wärmepumpe ohne, weil ab 2027 nicht gefördert wird, wenn diese Heizung seit 2008 läuft:

Heizungnur WarmwasserWarmwasser + Heizung
Gas−1.310 € (über 20 J.)+4.290 € (13 J.)
Heizöl−140 € (über 20 J.)+8.150 € (10 J.)
Pellets−4.240 € (über 20 J.)−3.740 € (über 20 J.)
Wärmepumpe−4.760 € (über 20 J.)−5.500 € (über 20 J.)

Neben Gas oder Öl spart eine Anlage zur Heizungsunterstützung genug Brennstoff, um sich mit Förderung bezahlt zu machen – vor allem, weil der CO₂-Preis auf Gas und Öl steigt (mittleres Szenario). Bleibt er bei 65 €/t, dauert es neben Gas 15 Jahre; co2online kommt in seinen Beispielen (4 Personen, eigene Preisannahmen) auf 18 bis 22 Jahre. Ohne Förderung kommt die Anlage neben Gas auf +1.230 € nach 20 Jahren. Eine reine Warmwasseranlage spart zu wenig, weil der Bedarf klein ist. Mit Pellets und vor allem mit einer Wärmepumpe ist jede Kilowattstunde Wärme schon so günstig, dass die Sonne kaum etwas einspart: Neben der Wärmepumpe bringt die große Anlage nur 340 € im Jahr vor Abzug der Betriebskosten.

Ertrag nach Ort

Ort (Gasheizung, Warmwasser + Heizung)Solarertrag ggü. MittelSolarwärme im JahrBilanz nach 20 Jahren
Flensburg−8 %3.860 kWh+3.240 €
Hamburg−7 %3.910 kWh+3.380 €
Berlin±0 %4.190 kWh+4.290 €
Köln−1 %4.160 kWh+4.200 €
München+8 %4.250 kWh+4.480 €
Friedrichshafen+11 %4.250 kWh+4.480 €

Zwischen Flensburg und dem Bodensee liegt der Solarertrag um rund 21 % auseinander. Bei einer Anlage dieser Größe wächst die nutzbare Solarwärme im Süden aber weniger, weil sie dort an den Bedarf stößt. Wichtiger sind ein Dach nach Süden ohne Schatten, die richtige Speichergröße und eine Heizung mit niedriger Rücklauftemperatur.

Förderung und Pflichten

  • Zuschuss: 30 % Grundförderung (KfW, Programm 458), dazu für selbstnutzende Eigentümer mit niedrigem Einkommen der Einkommensbonus; erst Vertrag mit Förder-Vorbehalt, dann Antrag, dann Einbau – Details unter Förderung 2026.
  • Technik: BAFA-Liste „Solaranlagen“, Solar Keymark, Kollektorertrag mindestens 525 kWh/m² (Prüfwert Würzburg), Solarregelung, hydraulischer Abgleich.
  • Ausschluss ab 2027: Ab dem 1. Quartal 2027 gibt es keine Förderung, wenn das Haus bereits eine seit 2008 in Betrieb genommene Anlage nach Nr. 5.3 a–f der Richtlinie hat – etwa Wärmepumpe, Pellet- oder Solaranlage, Brennstoffzelle oder wasserstofffähige Gasheizung – oder an ein Wärme- bzw. Gebäudenetz angeschlossen ist. Anträge bis Ende 2026 sind nicht betroffen.
  • Heizungsgesetz: Solarthermie ist freiwillig; eine Pflicht zu einem Anteil erneuerbarer Energie gibt es seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz nicht mehr. Für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29.07.2026 eingebaut werden, gilt aber ab 2029 die Bio-Quote – siehe Heizungsgesetz 2026.

Wer über eine neue Heizung nachdenkt: Die Pelletheizung wird oft mit Solarthermie kombiniert, die Wärmepumpe eher mit einer Photovoltaikanlage.

Häufige Fragen

Was kostet eine Solarthermieanlage?

Laut co2online (April 2026) für ein Einfamilienhaus rund 4.780 € für eine Warmwasseranlage mit 6 m² Flachkollektoren und rund 10.200 € für eine Anlage zur Heizungsunterstützung mit 12 m² – jeweils inklusive Installation. Röhrenkollektoren kosten je m² mehr, brauchen aber weniger Fläche. Dazu kommen 100 bis 200 € Betriebskosten im Jahr. Die Grundförderung beträgt 30 %.

Lohnt sich Solarthermie?

Am ehesten zur Heizungsunterstützung bei Gas oder Öl: Im Beispielhaus mit 20.000 kWh Gas hat sich eine geförderte Anlage nach rund 13 Jahren bezahlt gemacht, wenn der CO₂-Preis steigt – bleibt er bei 65 €/t, nach 15 Jahren; co2online kommt in seinen Beispielen auf 18 bis 22 Jahre. Eine reine Warmwasseranlage spart dort nur 80 € im Jahr (nach Betriebskosten) und rechnet sich kaum. Mit Pellets oder einer Wärmepumpe ist die Wärme schon günstig – dann lohnt Solarthermie finanziell meist nicht.

Wie viel Warmwasser liefert Solarthermie?

Eine Warmwasseranlage deckt laut co2online rund 60 % des Warmwasserbedarfs, im Sommer fast alles. Eine größere Anlage mit Heizungsunterstützung deckt rund 20 bis 30 % von Heizung und Warmwasser.

Wird Solarthermie gefördert?

Ja, mit 30 % Grundförderung (KfW, Programm 458; Richtlinie BEG EM, Nr. 5.3 a und 8.4.1 c), für selbstnutzende Eigentümer mit niedrigem Einkommen zusätzlich mit dem Einkommensbonus. Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nur, wenn eine Öl- oder Gasheizung ersetzt wird. Ab dem 1. Quartal 2027 gibt es keine Förderung, wenn das Haus bereits eine seit 2008 in Betrieb genommene Anlage nach Nr. 5.3 a–f der Richtlinie hat – etwa Wärmepumpe, Pellet- oder Solaranlage, Brennstoffzelle oder wasserstofffähige Gasheizung – oder an ein Wärme- bzw. Gebäudenetz angeschlossen ist. Anträge bis Ende 2026 sind davon nicht betroffen. Die Anlage muss auf der BAFA-Liste stehen, nach Solar Keymark zertifiziert sein, mindestens 525 kWh je m² Kollektorertrag erreichen (Prüfwert für den Standort Würzburg) und eine Solarregelung haben; dazu ein hydraulischer Abgleich. Schwimmbadabsorber ohne Abdeckung werden nicht gefördert.

Solarthermie oder Photovoltaik?

Solarthermie macht aus Sonne Wärme, Photovoltaik Strom. Mit einer Wärmepumpe ist Photovoltaik meist die bessere Wahl, weil der Strom auch für Haushalt und Wärmepumpe nutzbar ist. Neben einer Gas- oder Ölheizung kann Solarthermie Brennstoff sparen. Was eine PV-Anlage bringt, rechnet der PV-Rechner.

Annahmen und Quellen

  • Preise, Betriebskosten, Erträge: co2online, „Solarthermie: Preise, Kosten, Amortisation“ (28.04.2026, Beispiele 130 m², 4 Personen; Ertrag Heizungsunterstützung dort 420 kWh/m², Richtwert Flach 350–500); Deckungsgrade (rund 60 % bzw. 20–30 %), Lebensdauer: co2online, „Solarthermie“. Anlagengröße fest 6 bzw. 12 m² Flachkollektoren
  • Solarwärme = Deckungsgrad × Wärmebedarf, höchstens 300 kWh/m² (Warmwasser) bzw. 350 kWh/m² (Heizung, vorsichtig) × Ortsfaktor (PVGIS-PV-Ertrag Süd 45° relativ zum Mittel von 119 Städten) – eine Näherung, keine Anlagensimulation
  • Ersparnis: Gas 85 % und Öl 92 % Nutzungsgrad mit steigendem CO₂-Preis (mittleres Szenario), Pellets wie im Pellet-Rechner, Wärmepumpe Arbeitszahl 3 (Annahme) mit Wärmepumpentarif; keine Preissteigerung sonst; Warmwasser-Deckung 60 % (Obergrenze laut co2online)
  • Förderung: Richtlinie BEG EM vom 17.08.2026, Nr. 5.3 (Ausschlüsse ab 2027), 5.3 a, 8.4.1 c, 8.4.5 und Technische Mindestanforderungen 3.2