Heizlast berechnen: drei Wege
- Aus dem Verbrauch (dieser Rechner): Wie viel Wärme Ihr Haus im Jahr wirklich gebraucht hat, wird auf die kalten Stunden eines typischen Jahres an Ihrem Ort verteilt und auf die Norm-Außentemperatur hochgerechnet – mit und ohne Wärmegewinne. Gut geeignet, wenn die Verbräuche mehrerer Jahre bekannt sind und sich am Haus nichts geändert hat; ein milder Winter oder ein Sparjahr wie 2022/23 senkt das Ergebnis.
- Faustregel: Heizöl-Liter oder Gas-Kubikmeter im Jahr ÷ 250 = kW; enthält der Verbrauch Warmwasser ÷ 300 (Bundesverband Wärmepumpe). Schnell, aber ohne Ortsklima und Kesselwirkungsgrad.
- Nach Norm (DIN EN 12831): Der Fachbetrieb oder Energieberater rechnet Raum für Raum aus Flächen, Dämmwerten und Lüftung. Nur diese Berechnung zeigt auch, ob jeder Heizkörper reicht – und sie ist für die Förderung einer neuen Heizung vorgeschrieben.
Beispiel Berlin, 140 m², 20.000 kWh Gas im Jahr mit Brennwertkessel, 3 Personen: Aus dem Verbrauch ergeben sich 7,0 kW mit und 8,3 kW ohne Wärmegewinne (60 W/m²) bei −11,5 °C, nach der Faustregel 6,7 kW. Der normnahe Wert entspricht rechnerisch 1.790 Vollbenutzungsstunden – im üblichen Bereich von 1.450 bis 2.400.
Heizlast pro m²: Tabelle nach Verbrauch und Ort
Raumheizlast in W/m² Wohnfläche (normnah, ohne Wärmegewinne), gerechnet aus dem Raumwärmeverbrauch (ohne Warmwasser, nach Abzug der Kesselverluste):
| Ort (Norm-Außentemperatur) | 50 kWh/m² | 100 kWh/m² | 150 kWh/m² | 200 kWh/m² |
|---|---|---|---|---|
| Hamburg (−8,5 °C) | 28 W/m² | 57 W/m² | 85 W/m² | 114 W/m² |
| Köln (−7,6 °C) | 29 W/m² | 59 W/m² | 88 W/m² | 118 W/m² |
| Berlin (−11,5 °C) | 28 W/m² | 56 W/m² | 84 W/m² | 112 W/m² |
| Dresden (−12,6 °C) | 28 W/m² | 56 W/m² | 84 W/m² | 112 W/m² |
| München (−10,0 °C) | 27 W/m² | 53 W/m² | 80 W/m² | 107 W/m² |
Grobe Einordnung: etwa 50 kWh/m² Raumwärme bei einem gut sanierten Haus, 100 bis 150 kWh bei einem teilsanierten, 200 kWh und mehr bei einem unsanierten Altbau. Der Ort ändert wenig: Bei gleichem Verbrauch kann die Heizlast an kälteren Orten sogar etwas niedriger sein, weil sich der Verbrauch auf mehr kalte Stunden verteilt – ein Haus in München, das so wenig verbraucht wie eines in Köln, ist etwas besser gedämmt. Wie warm das Heizwasser an solchen Tagen sein muss, prüft der Altbau-Check mit 55-Grad-Test.
Norm-Außentemperatur: Werte für große Städte
| Stadt | Norm-Außentemperatur (Schätzung) | DWD-Station |
|---|---|---|
| Hamburg | −8,5 °C | Hamburg-Fuhlsbüttel (11 m, 9 km) |
| Bremen | −7,6 °C | Bremen (4 m, 3 km) |
| Köln | −7,6 °C | Köln/Bonn (91 m, 16 km) |
| Düsseldorf | −7,3 °C | Düsseldorf (37 m, 8 km) |
| Essen | −7,5 °C | Essen-Bredeney (150 m, 7 km) |
| Frankfurt am Main | −7,9 °C | Frankfurt/Main-Westend (121 m, 2 km) |
| Hannover | −9,1 °C | Hannover (55 m, 11 km) |
| Berlin | −11,5 °C | Berlin-Tempelhof (48 m, 6 km) |
| Leipzig | −12,0 °C | Leipzig-Holzhausen (138 m, 6 km) |
| Stuttgart | −9,5 °C | Stuttgart (Schnarrenberg) (314 m, 5 km) |
| Dresden | −12,6 °C | Dresden-Klotzsche (228 m, 9 km) |
| Nürnberg | −11,0 °C | Nürnberg (314 m, 6 km) |
| München | −10,0 °C | München-Stadt (515 m, 4 km) |
| Freiburg im Breisgau | −8,5 °C | Freiburg (237 m, 3 km) |
Eigene Schätzung: zehnttiefstes Zweitagesmittel der Winter 2005/06 bis 2024/25 an der nächstgelegenen Station des Deutschen Wetterdienstes. Die verbindlichen Werte nach DIN/TS 12831-1 (nationaler Anhang, je Postleitzahl) können um 1 bis 2 K in beide Richtungen abweichen; Innenstädte bekommen dort oft mildere Werte als das Umland. Fragen Sie Ihren Fachbetrieb.
Von der Heizlast zur Größe der Wärmepumpe
- Warmwasser: Bereitet die Wärmepumpe auch das Warmwasser, kommen als Faustwert rund 0,2 bis 0,3 kW je Person hinzu – je nach Speicher und Ladezeiten. Der Fachbetrieb legt das fest.
- Keine pauschalen Sicherheitszuschläge: Sie machen die Wärmepumpe laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz unnötig teuer. Viele Wärmepumpen haben für wenige sehr kalte Stunden einen elektrischen Heizstab – der ist im Betrieb teuer; wann er zuschaltet (Bivalenzpunkt), legt der Fachbetrieb fest.
- Sanierung zuerst? Wer bald Fenster oder Dach erneuert, sollte die Heizlast danach rechnen lassen – die Wärmepumpe kann dann kleiner sein. Den Fahrplan dafür liefert der Sanierungsfahrplan (iSFP).
- Förderung: Für eine geförderte Heizung ist die raumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 Pflicht (Technische Mindestanforderungen BEG EM, Nr. 3.1) – Details unter Wärmepumpe Förderung 2026.
Was eine passend dimensionierte Wärmepumpe im Betrieb kostet, rechnet der Wärmepumpen-Rechner stündlich mit denselben Temperaturdaten.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Heizlast meines Hauses?
Überschlägig aus dem bisherigen Verbrauch: Raumwärme (Verbrauch × Kesselnutzungsgrad minus Warmwasser) geteilt durch die Vollbenutzungsstunden ergibt die Heizlast in kW. Unser Rechner verteilt die Raumwärme stündlich auf das Klima Ihres Ortes und rechnet auf die Norm-Außentemperatur hoch – einmal mit, einmal ohne Wärmegewinne. Die Faustregel des Bundesverbands Wärmepumpe: Heizöl-Liter (bzw. Gas-m³) im Jahr geteilt durch 250; enthält der Verbrauch Warmwasser, geteilt durch 300. Verbindlich ist nur die raumweise Berechnung nach DIN EN 12831.
Wie viel Heizlast pro m² ist normal?
Das hängt vom Wärmeschutz und vom Ort ab. Aus dem Verbrauch normnah gerechnet ergeben 100 kWh Raumwärme je m² und Jahr in Berlin rund 56 W/m², 200 kWh rund 112 W/m². Mit Wärmegewinnen aus Sonne und Abwärme ist der Bedarf an den meisten kalten Tagen etwas kleiner.
Was ist die Norm-Außentemperatur?
Die tiefe Außentemperatur, für die die Heizung ausgelegt wird. Die verbindlichen Werte stehen im nationalen Anhang zur Norm (DIN/TS 12831-1) und hängen von der Postleitzahl ab. Wir schätzen sie aus 20 Wintern DWD-Messwerten (zehnttiefstes Zweitagesmittel, eher vorsichtig gerechnet) – für große Städte etwa −7 bis −13 °C, in Höhenlagen tiefer. Die Normwerte können um 1 bis 2 K in beide Richtungen abweichen; maßgeblich ist der Wert, den Ihr Fachbetrieb verwendet.
Was kostet eine Heizlastberechnung?
Anbieter nennen für ein Einfamilienhaus rund 300 bis 1.200 € – je nach Aufwand und ob jeder Raum einzeln gerechnet wird. Eine amtliche Preisstatistik gibt es nicht. Für die Förderung einer neuen Heizung ist eine raumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 Pflicht; vereinfachte Verfahren sind zulässig. Viele Fachbetriebe rechnen sie ins Angebot ein.
Warum sollte die Wärmepumpe nicht zu groß sein?
Eine zu große Wärmepumpe kostet mehr in der Anschaffung und kann häufiger takten. Im Fraunhofer-Feldtest waren viele Wärmepumpen – gemessen am tatsächlichen Verbrauch – großzügig dimensioniert; die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät von Sicherheitszuschlägen ab, weil sie die Anlage unnötig teuer machen.
Annahmen und Quellen
- Temperaturen: PVGIS typisches meteorologisches Jahr (© Europäische Union, JRC); Norm-Außentemperatur geschätzt aus DWD-Tagesmitteln 2005–2025 (Deutscher Wetterdienst, CC BY 4.0)
- Verfahren: Raumwärme auf Gradstunden verteilt (Heizgrenze 15 °C); Bilanzpunktmodell: mit Wärmegewinnen × (15 − Norm-Außentemperatur), normnah × (20 − Norm-Außentemperatur); Kesselnutzungsgrad (Annahme) Brennwert Gas 85 % (auf den Brennwert bezogen), Öl 92 %, älterer Kessel 75 bzw. 82 %; Warmwasser 700 kWh je Person (real 500–1.000); übliche Vollbenutzungsstunden 1.450–2.400 (Bundesverband Wärmepumpe, Heizlastrechner)
- Faustregel: Bundesverband Wärmepumpe, Praxisratgeber Modernisieren (10/2025)
- Förderpflicht: Richtlinie BEG EM vom 17.08.2026, Technische Mindestanforderungen Nr. 3.1
- Warmwasser-Zuschlag und Kosten der Heizlastberechnung: Angaben aus Fachratgebern und von Anbietern – Spannen, keine Statistik