Kosten pro m²
| Verfahren | gesamt je m² Fassade | nur Dämmung (Putz ohnehin fällig) | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Außendämmung WDVS, 16 cm | 180–290 € | 90–125 € | rund 40 Jahre |
| Kerndämmung (Einblasen), 6 cm | 25–60 € | gleich (kein Putz nötig) | 50 Jahre und mehr |
Preise brutto, inklusive Gerüst und Putz, Stand 2026. Die Spannen sind groß: Eine Auswertung realer Baukosten durch das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) fand starke Streuung je nach Objekt und Region; der Standardwert des Rechners folgt dieser Auswertung. Verbraucherportale nennen mit 160 bis 200 € je m² etwas niedrigere Preise – ein eigenes Angebot können Sie im Rechner eintragen. Jeder Zentimeter Dämmstoff mehr kostet beim WDVS nur rund 5 € je m² – Gerüst, Putz und Arbeit kosten das meiste. Deshalb lohnt es sich kaum, an der Dicke zu sparen. Eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade (z. B. mit Holz- oder Faserzementplatten) ist teurer.
Was spart die Dämmung?
Die Ersparnis hängt am U-Wert der alten Wand und am Klima. Eine ungedämmte Wand aus den 1960er-Jahren hat etwa U = 1,2 W/(m²K); mit 16 cm Dämmung sinkt er auf 0,19. Je m² Fassade gehen dann in Berlin rund 85 kWh weniger Wärme im Jahr verloren – rechnerisch. In der Praxis sparen Häuser oft weniger, weil sie vorher sparsamer beheizt wurden, als die Rechnung annimmt; der Rechner zeigt deshalb eine Spanne ab 60 % der rechnerischen Ersparnis.
Beispiel: Einfamilienhaus, Baujahr 1958–1968, 150 m² Fassade, Berlin, WDVS 16 cm, BEG-Förderung 15 %:
| Fall | eigener Anteil | Ersparnis 1. Jahr | bezahlt nach | Saldo nach 30 Jahren |
|---|---|---|---|---|
| Gas, Putz ohnehin fällig | 12.000 € | 1.040 €–1.730 € | 7–11 Jahren | 24.000 € bis 48.010 € |
| Gas, Fassade intakt | 31.500 € | 1.040 €–1.730 € | 16–27 Jahren | 4.500 € bis 28.510 € |
| Heizöl, Fassade intakt | 31.500 € | 1.410 €–2.340 € | 12–20 Jahren | 17.260 € bis 49.770 € |
| Wärmepumpe, Putz ohnehin fällig | 12.000 € | 610 €–1.010 € | 12–20 Jahren | 6.250 € bis 18.420 € |
| Wärmepumpe, Fassade intakt | 31.500 € | 610 €–1.010 € | > 30 Jahren | -13.250 € bis -1.080 € |
Der Unterschied zwischen „ohnehin fällig“ und „intakt“ ist entscheidend: Wer den Putz sowieso erneuern muss, zahlt für die Dämmung nur den Aufpreis – das ist der wirtschaftlichste Zeitpunkt. Mit Wärmepumpe ist die Kilowattstunde Wärme billiger; dafür sinkt die Heizlast, die Wärmepumpe arbeitet mit niedrigerer Vorlauftemperatur effizienter (siehe Wärmepumpe im Altbau). Gas und Öl mit steigendem CO₂-Preis (mittleres Szenario wie im Wärmepumpen-Rechner).
Kerndämmung ist die günstige Alternative, wenn die Wand zweischalig mit Luftschicht gebaut ist: Im Beispiel kostet sie nach Förderung rund 5.100 €, spart aber weniger (U 0,42 statt 0,19) – bezahlt nach rund 4–6 Jahren.
Region: Wie stark wirkt das Klima?
| Ort | Heizgradstunden | Ersparnis 1. Jahr (Beispiel, Gas, Putz fällig) |
|---|---|---|
| Hamburg | 85 kKh | 1.060 €–1.770 € |
| Köln | 71 kKh | 880 €–1.470 € |
| Berlin | 83 kKh | 1.040 €–1.730 € |
| München | 90 kKh | 1.120 €–1.870 € |
| Garmisch-Partenkirchen | 103 kKh | 1.280 €–2.140 € |
Heizgradstunden aus dem Wetter eines typischen Jahres (PVGIS), Monatsmittel an die DWD-Klimamittel 1991–2020 angeglichen; Gradtagzahl 20/15 °C.
Förderung 2026
- BEG-Zuschuss (BAFA): 15 % der Kosten, höchstens 30.000 € förderfähig für die erste Wohnung, je 15.000 € für die 2. bis 6., je 8.000 € ab der 7. Antrag vor Vorhabenbeginn (ein Vertrag unter der Bedingung der Förderzusage ist erlaubt); die Wand muss U ≤ 0,20 erreichen (Kerndämmung: Dämmstoff mit λ ≤ 0,035).
- Mit Sanierungsfahrplan (iSFP): Grenze 60.000 € für die erste Wohnung; der Bonus von 5 Prozentpunkten gilt seit 21.07.2026 nur noch für den Teil über 30.000 € und erst ab 30.000 € Investition. Mehr dazu im iSFP-Rechner.
- Energieeffizienz-Experte: für den BEG-Antrag Pflicht; Fachplanung und Baubegleitung werden mit 50 % gefördert (Nr. 5.5, 8.4.7).
- Ab 2027: Für besonders schlechte Gebäude (Worst Performing Buildings) kommen für die Dämmung 5 Prozentpunkte dazu, wenn sie Teil eines geförderten iSFP ist – ohne Mindestinvestition, für höchstens drei Anträge (Nr. 8.4.3).
- Steuerbonus: 20 % über drei Jahre (7 + 7 + 6 %), höchstens 40.000 € je Objekt, für selbst genutztes Wohneigentum älter als zehn Jahre, ausgeführt von einem Fachunternehmen und mit denselben Mindestwerten wie beim Zuschuss (§ 35c EStG). Im Mehrfamilienhaus nur für den selbst bewohnten Anteil; nicht zusammen mit dem Zuschuss für dieselbe Maßnahme.
Wann ist Dämmen Pflicht?
Eine allgemeine Pflicht, die Fassade zu dämmen, gibt es nicht. Wer aber den Außenputz erneuert, Platten oder eine Verkleidung anbringt oder die Wand ersetzt, muss dafür sorgen, dass die Wand danach höchstens U = 0,24 W/(m²K) erreicht (GModG § 36 mit Anlage 7 Nr. 1). Ausgenommen sind:
- Arbeiten an höchstens 10 % der Fassadenfläche,
- Wände, die nach dem 31.12.1983 unter Einhaltung der damaligen Energiesparvorschriften errichtet oder erneuert wurden (für Putz und Verkleidung),
- Fälle, in denen die Dämmstärke aus technischen Gründen begrenzt ist – dann genügt die höchstmögliche Dicke mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 (bei Einblasdämmung oder nachwachsenden Rohstoffen 0,045),
- Härtefälle: Rechnet sich die Dämmung nicht in angemessener Frist durch die Einsparung, steht sie in keinem angemessenen Verhältnis zum Wert des Gebäudes oder ist sie aus persönlichen Gründen unzumutbar, muss die zuständige Behörde auf Antrag befreien (§ 102).
Ein neuer Anstrich allein löst die Pflicht nicht aus, eine Kerndämmung auch nicht. Bei Häusern mit bis zu zwei Wohnungen gilt zusätzlich: Wird für das ganze Gebäude eine Energiebedarfsberechnung erstellt, muss der Eigentümer vor der Beauftragung der Planung ein Beratungsgespräch mit einem Energieausweis-Aussteller führen, wenn es kostenlos angeboten wird; Handwerker müssen im Angebot darauf hinweisen (§ 36 Satz 3 und 4).
Häufige Fragen
Was kostet eine Fassadendämmung pro m²?
Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) kostet mit Gerüst, Putz und Anstrich meist 180 bis 290 € je m² Fassade, eine Kerndämmung (Einblasdämmung in zweischaliges Mauerwerk) 25 bis 60 €. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade sind das rund 27.000 bis 43.500 € für ein WDVS. Muss der Putz ohnehin erneuert werden, verursacht die Dämmung selbst nur 90 bis 125 € je m² zusätzlich.
Wie viel Förderung gibt es 2026 für die Fassadendämmung?
Die BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) zahlen 15 % auf höchstens 30.000 € Kosten für die erste Wohnung. Mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt die Grenze auf 60.000 €, und für den Teil über 30.000 € gibt es 20 % – ab 30.000 € Investition (bei 42.500 € also 7.000 €). Ein Energieeffizienz-Experte ist Pflicht. Alternativ 20 % Steuerbonus (§ 35c EStG), höchstens 40.000 €, aber nicht zusammen mit dem Zuschuss.
Lohnt sich eine Fassadendämmung?
Am ehesten, wenn die Fassade ohnehin saniert werden muss: Dann zählt nur der Aufpreis für die Dämmung. Im Beispielhaus (Baujahr 1958–1968, Gasheizung, Berlin) rechnet sie sich so nach rund 7–11 Jahren, bei intakter Fassade erst nach 16–27 Jahren. Mit Wärmepumpe ist die eingesparte Wärme billiger – die Dämmung zahlt sich langsamer aus, macht die Wärmepumpe aber effizienter und kleiner.
Muss ich meine Fassade dämmen?
Nicht von sich aus – eine Nachrüstpflicht gibt es nur für die oberste Geschossdecke bzw. das Dach (§ 35 GModG). Wer aber den Außenputz auf mehr als 10 % der Fassade erneuert oder eine Verkleidung anbringt, muss die Wand so dämmen, dass sie höchstens U = 0,24 W/(m²K) erreicht (§ 36 mit Anlage 7). Das gilt nicht für Wände, die nach 1983 nach den damaligen Energiesparvorschriften gebaut oder erneuert wurden; rechnet sich die Dämmung nicht, muss die zuständige Behörde auf Antrag befreien (§ 102).
Wie dick muss die Fassadendämmung sein?
Für die BEG-Förderung muss die Wand U ≤ 0,20 erreichen, gesetzlich reichen 0,24. Bei einer typischen Wand aus den 1960er-Jahren (U ≈ 1,2) sind das mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit 0,035 rund 16 cm bzw. 12 cm. Bei Kerndämmung bestimmt der Hohlraum die Dicke; für Zuschuss und Steuerbonus muss der Dämmstoff dann λ ≤ 0,035 haben.
Annahmen und Quellen
- Kosten: IWU Working Paper „Anpassung der Kostenfunktionen“ (08.08.2024, Preisstand 2023; WDVS 151,44 € + 4,39 €/cm, energiebedingte Mehrkosten 32,36 € + 4,60 €/cm, Kerndämmung 16,71 € + 2,66 €/cm je m²), hochgerechnet auf 2026 (+8 %, Schätzung); co2online (09/2025) und Verbraucherzentrale (10/2025) für Gesamtpreise mit Gerüst
- U-Werte ungedämmter Außenwände: IWU, Deutsche Wohngebäudetypologie (2. Auflage 2015), Anhang C.1, Einfamilienhäuser; Dämmstoff λ = 0,035 W/(mK); Luftschicht bei Kerndämmung 0,18 m²K/W
- Ersparnis = U-Wert-Differenz × Fläche × Heizgradstunden (Gradtagzahl 20/15 der Stadt); Untergrenze 60 % (Schätzung): Schlecht gedämmte Häuser verbrauchen oft rund 30 % weniger als berechnet („Prebound-Effekt“, Sunikka-Blank und Galvin 2012), nach der Dämmung wird kürzer geheizt, und der Gaspreis enthält den Grundpreis, den die Dämmung nicht senkt
- Energiepreise und Wirkungsgrade wie im Heizkosten-Rechner (Gas 85 %, Öl 92 %, Wärmepumpe Jahresarbeitszahl 3); Betrachtung 30 Jahre – vorsichtig, ein WDVS hält rund 40 Jahre
- Förderung: Richtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen vom 17.07.2026 (Nr. 5.1, 5.5, 8.3.1, 8.4.2, 8.4.3, 8.4.7, 9.2.1); § 35c EStG mit Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung, Anlage 1 (Außenwand U ≤ 0,20; Kerndämmung λ ≤ 0,035)
- Recht: Gebäudemodernisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 226) §§ 35, 36, 102 und Anlage 7; Haltbarkeit: BBSR „Nutzungsdauern von Bauteilen“ (2017)